|
Ausbildung...
...ist ein sehr komplexes Thema! Zuerst muß ich mir darüber im klaren sein welche Art von Ausbildung ich haben will, was der Zweck der ganzen Geschichte sein soll! Dann muß ich mich mit dem Wesen des Hundes, seinen Eigenarten, seiner Denkweise und seiner körperlichen Eigenschaften bewußt werden. Dann muß ich mir über mein Wesen, meine Eigenarten, meine Denkweise und meine körperlichen Eigenschaften bewußt werden. Danach sollte ich anfangen mich zu informieren, mich umzuschauen, zuzuhören und vorallem: zuzusehen und zu selektieren!! Und dann habe ich vielleicht, nachdem ich schon viele Fehler gemacht, viele Dinge nicht bewußt gesehen und gehört habe die Methode für mich entdeckt. Dann kann ich anfangen mich zu weiterzubilden, perfektionieren und endlich meinen Weg zu finden! So ist es mir ergangen!! Nachdem ich beinahe alle “konventionellen” Ausbildungsmethoden angewendet, ausprobiert, damit teilweise sehr erfolglos war und mich zeitweise am Rande der Tierquälerei befunden habe, somit für mich als nicht geeignet erkannt habe, habe ich das erste “Dildei-Video” gesehen. Ich war fasziniert von der völlig anderen Herangehensweise dieses Ausbilders. ich habe mir alle Videos besorgt, was zugegeben nicht gerade billig war, und habe sie studiert. Sequenz um Sequenz, Minute um Minute, immer nur soviel wie ich gerade brauchte! Dann habe ich angefangen meinen Hund danach zu arbeiten, und habe immer noch sehr viele Fragen und Verständnisprobleme gehabt. Und dann habe ich von dem ersten Seminar erfahren, mich angemeldet und es nie bereut diese Methode kennen gelernt zu haben!! Ich habe im Laufe der Jahre die Videos zig-Mal gesehen, 3 Seminare von “Friedel” besucht und immer wieder etwas dazu gelernt! Wir haben bisher meine alte Stafford-Oma (soweit noch möglich) darauf umgestellt, haben 2 Riesenschnauzer, 2 Rottweiler und jetzt die beiden Malinois danach gearbeitet. Mit Erfolg! Diese Methode ist sicherlich nichts um kurzfristig zum Erfolg zu kommen, aber auf jeden Fall eine Methode seinen Hund über lange Jahre freudig, triebig und vorallem hundgerecht zu arbeiten und zu führen!! Es ist eine Methode die den Hund “am Leben” läßt und mit einem Minimum an Zwang, besser gesagt an “Korrekturen”, auskommt! Es ist eine Methode die zum Umdenken zwingt und zu der auf “konventionellen” Hundeplätzen eine Menge Selbstbewußstsein und Standhaftigkeit gehört! Wie oft höre ich da den Spruch:”Und was machst Du in der Prüfung wenn Du kein Futter dabei hast?” Darauf kann ich nur die Gegenfrage stellen:” Was machst Du denn in der Prüfung ohne Stachelhalsband und Leine??” Bedauerlicherweise wurde vor einiger Zeit die Benutzung eines sogenannten Elektroreizgerätes in Deutschland verboten. Obwohl wir selber nicht mit diesen Geräten arbeiten, finde ich diese Entwicklung sehr bedauerlich. Im Laufe der Jahre hat sich aus diesem ehemaligen “Strafgerät für Jäger” ein sehr sensibles und humanes Ausbildungsgerät entwickelt. Durch wesentlich verbesserte Technik konnten die modernen Geräte so sensibel eingestellt werden das es möglich war dem Hund durch ganz leichtes Vibrieren einen Motivationsimpuls zu geben. Viele sehr gute Ausbilder haben mit Hilfe des E-Gerätes ihre Hunde tierschutzgerecht und stressfrei zu Höchstleistungen ausgebildet. Nur leider wurden diese Hundesportler bei der Urteilsfindung nicht gefragt! Bezeichnend für unsere Rechtsprechung aus meiner Sicht auch die Ausnahmen bei soclhen Urteilen. Ebenso wie bei dem Coupierverbot für alle Rassen, gelten diese Verbote nicht für die Jägerschaft! Ein Jagdhund darf weiterhin coupiert udn mit dem E-Gerät ausgebildet werden. Obwohl hierbei wohl sicherlich mehr Blockaden als Motivationsimpulse im Hund durchgesetzt werden 
Ausbildungswochenende mit Gottfried Dildei
Ende Juli 1999 fand in Brandenburg ein Ausbildungswochenende mit G.Dildei statt. Hervorragend organisiert durch die Hundeschule Wolf und den dortigen Hundeverein trafen sich ca. 300 interessierte Hundeleute aller Rassen.
Auf diese Veranstaltung wurde z.B. im DHV-Hundesportmagazin ebenso hingewiesen wie in den Monatszeitschriften verschiedener Rassezuchtvereine. Umso enttäuschter waren wir außer uns nur noch eine Handvoll Schutzhundsportler vorzufinden. Nun, das mag verschiedene Gründe haben, über die sich jeder selber Gedanken machen sollte. Meines Erachtens sollte aber in der heutigen Zeit jeder Hundesportler so flexibel sein, sich auch einmal Gedanken über Alternativen in der Ausbildung zu machen. Nicht jede Methode die anders als das herkömmliche ist, muß zwangsläufig auch schlecht sein. Schade, daß hierzu oft die Bereitschaft fehlt und viele potentiellen Mitglieder durch den immer noch praktizierten Kasernendrill mit Zwang und Gehorsam von Anfang an abgeschreckt werden.
Sicherlich hätte es vielen Hundesportlern und deren Hunden gutgetan, wenn sie dort die vielfach positiv motivierten Hunde gesehen hätten.
Gottfried Dildei, war in den 70er Jahren in Deutschland bereits ein erfolgreicher Ausbilder und Hundesportler. In den 80er ging er nach Florida in die USA und baute sich dort eine Existenz auf. Kritisch analysierte er die bisher praktizierten Ausbildungsmethoden und deren Schwachstellen. Jeder kennt den Hund, der vor lauter Triebstau kein ruhiges Sitz mehr hinbekommt, der ewig vorprellt und die ganze Unterordnung kläffend nebenher läuft. Der sich auf alles, nur nicht auf die korrekte Ausführung seiner Arbeit konzentriert. Als Gegensatz dazu gibt es natürlich ebenso den Hund, der mit hängendem Kopf oder vorsichtigen Seitenblick zum HF, seine Pflicht erfüllt, der sich ganz langsam setzt, sich noch langsamer legt, mit dem Bringholz am liebsten flüchten würde und eigentlich nur darauf wartet endlich wieder gehen zu dürfen.
Gottfried Dildei arbeitet mit Futter über positive Motivation und erweckt in dem Hund das Gefühl durch eigene Aktivität den Hundeführer zu einer bestimmten Reaktion zu bringen. „Mit Futter haben wir ja schon immer gearbeitet! Das ist doch nichts neues!“ Stimmt! Nur: in allen bisherigen Futtermethoden, haben wir von dem Hund erst etwas verlangt, das wir ihm zuvor durch Zwang oder körperliche Manipulation beigebracht haben, um ihm dann zur Belohnung der richtigen Ausführung das Futter zu geben. Bei Dildei´s Methode hingegen steht das Futter im Mittelpunkt der Ausbildung. Der Hund wird durch intensive Ausbildung zum „Treiben“ des Hundeführers veranlaßt. Der Hund fordert ständig durch intensives Drücken der Schnauze in die Hand, das der HF das Futter endlich freigibt. Nun kann man den Hund ohne jeglichen Zwang in seinen Bewegungen zwanglos manipulieren. Durch langsames Fortbewegen , wird der Hund z.B. veranlaßt in die korrekte Fußposition zukommen, durch Heben der Hand über den Hundekopf gleitet er automatisch ins Sitz. Nur durch optimale Ausführung der einzelnen Elemente gelangt der Hund zu seinem Triebziel, dem Futter. Sehr viel später erst, wenn der Hund in der Lage ist alle Aufgaben korrekt auszuführen, werden bestimmte Schlüsselpositionen durch Korrekturen abgesichert
 Auch im Schutzdienst geht Dildei etwas andere Wege. Frustration im Schutzdienst wird vermieden durch Selbständigkeit des Hundes. Das „Aus“ erarbeitet sich der Hund z.B. selber durch die Erfahrung, das es nur dann weitergeht, wenn er den Ärmel selbstständig wieder freigibt. Der Hund braucht eine gewisse psychische Reife, die seine natürlichen Aggressionen in die richtigen Bahnen lenken läßt, die ihm die Sicherheit gibt, das Gefühl der Kontrolle der Situation zu bekommen. Er fordert durch druckvolles Bellen den Helfer zu weiteren Aktionen auf, er erfährt, das er nur über den Umweg des Blickkontaktes mit dem HF zu seinem Ziel, dem Helfer, gelangt. Dadurch erreicht man einen selbstsicheren, druckvollen Hund, der auch im Schutzdienst eine einwandfreie Unterordnung erbringt. Natürlich ist diese Ausbildungsmethode viel zu komplex und vielseitig um sie in kurzen Worten zu erklären, sie ist auch kein Weg um kurzfristig und schnell zum Erfolg zu kommen. Auf jeden Fall ist sie es wert, sich damit auseinanderzusetzen und sich zu überlegen, ob es nicht gerade für seinen eigenen Hund eine vernünf-tige Alternative zu den bisherigen Methoden darstellt. An diesem Wochenende haben wir einige Hunde gesehen, die entweder von klein auf nach dieser Methode gearbeitet wurden, oder die nach den oben genannten Problemen mit den konventionellen Methoden erfolgreich umgestellt wurden. Es war eine Augenweide diese Hunde mit 100%iger Aufmerksamkeit und Freude an der Arbeit mit ihren Hundeführern zu sehen. Und es war überzeugend sich auch in Zukunft für diese Methode entschieden zu haben.
Ich bin sicher, das wir demnächst auf einigen Leistungsprüfungen Hunde dieser Methode ganz vorne sehen werden.
Allen Hundesportlern, die diese Arbeit bereits für sich entdeckt haben, kann ich nur wünschen, daß sie sich von der Skepsis der anderen nicht beeinflussen lassen und weiterhin ihren Weg gehen.
|